Dr. med. Ewald Fettweis

Seit 2015 ist Dr. Fettweis nicht mehr aktives Mitglied im medizinischen Beirat der
Die Trageschule®. Wir danken ihm für die vielen Jahre der Unterstützung.
Wir durften einen Schatz an Wissen von ihm lernen!

Jahrgang 1926, erlebte die Schrecken des 2. Weltkrieges und zahlreiche Entbehrungen der Nachkriegszeit, studierte ab 1946 Medizin und wurde Orthopäde.

Er war 19 Jahre Chefarzt der Orthopädischen Klinik des Vinzenzheimes in Aachen mit angeschlossener Reha-Einrichtung für körperbehinderte Kinder und Jugendliche. Das Schicksal der Kinder, bei denen eine Hüftluxation festgestellt wurde, die nach Lorenz in Froschstellung behandelt wurden, und die oft einen jahrelangen Leidensweg erleben mussten, beinflusste ihn so sehr, dass er dieses Leiden erforschte.

Er fand, dass bei Völkern, die ihre Kinder am Körper tragen, die Hüftluxation sehr selten ist. Darauf aufbauend entwickelte er die Behandlung in Sitz-Hockstellung. Diese Methode ersetzte auf die Dauer weitgehend die Behandlung nach Lorenz und machte die vielen, bis dahin notwendigen Operationen überflüssig, so dass das Leiden seine Schrecken verlor. Durch eigene Untersuchungen und unter Hinzuziehung anderer Forschungsergebnisse erarbeitete er eine neue Sicht auf das Leiden und klärte auf, worin das Wesen der Hüftdysplasie bzw. der Hüftluxation besteht, nämlich in der verzögerten oder gestörten Verknöcherung der in normaler Form ursprünglich knorpeligen Hüftpfannen. Er nahm Kontakt mit dem Dresdner Orthopäden J. Büschelberger auf. Dieser untersuchte die biomechanischen Gegebenheiten der Hüftgelenke beim Tragen der Kinder am Körper, wobei er auch die Theorie von Prof. Paulwels über die Bedingungen der Verknöcherung von Knorpel zu Grunde legte. Dabei fand er, dass die Hüftgelenke in idealer Weise für die Sitzposition am Körper konstruiert sind und dabei die Voraussetzungen für den Umbau des Knorpels zu Knochen in den Hüftköpfen und damit zwangsläufig auch in den Pfannen mitbringen. Das waren die Voraussetzungen dafür, dass man mit Ultraschall schon ab Geburt die Kinder untersuchen kann. Dr. Ewald Fettweis´wissenschaftlichen Weg kann man anhand seiner Publikationen, die auf seiner Homepage aufgelistet sind, verfolgen:


www.hueftgelenkdysplasie.de

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